Trump droht mit Intervention – Mehrere Tote bei Unruhen in Iran

Seit Tagen schwappt eine Protestwelle durch den Iran. In einigen Städten stürmten wütende Randalierer Polizeistationen. Trump drohte Iran mit einer Intervention.

Bei Unruhen in Iran sind am Donnerstag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das berichten eine iranische Nachrichtenagentur und eine Menschenrechtsorganisation. Die größten Proteste seit drei Jahren gegen die galoppierende Inflation hatten in mehreren Provinzen zu gewalttätigen Ausschreitungen geführt.

Laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars seien bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und bewaffneten Demonstranten am Donnerstagmorgen in Lordegan im Westen Irans mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Die Zusammenstöße vom Donnerstag in der Kleinstadt Lordegan sowie die Meldungen über den Tod eines Angehörigen der Sicherheitskräfte in der Nacht und eines weiteren Demonstranten am Mittwoch markieren eine deutliche Eskalation der Unruhen, die sich seit Beginn der Proteste der Ladenbesitzer am Sonntag im ganzen Iran ausgebreitet haben.

Die Revolutionsgarden teilten am Donnerstagmorgen mit, dass ein Mitglied ihrer paramilitärischen Freiwilligeneinheit Basij in der westiranischen Stadt Kuhdasht getötet worden sei. Es handele sich dabei um Amirhossam Khodayari Fard. Dreizehn weitere Milizionäre seien verletzt worden, fügten sie hinzu.

Die Unruhen kommen für Iran zu einem kritischen Zeitpunkt, da die von einer Inflation von 40 Prozent gebeutelte Wirtschaft durch die westlichen Sanktionen hart getroffen wird. Des Weiteren führten Israel und die USA im Juni Luftschläge gegen die nukleare Infrastruktur sowie die militärische Führung des Landes durch.

Teheran hat auf die Unruhen mit einem Dialogangebot reagiert – eine offenbar versöhnliche Geste neben den ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen. Iran sieht westliche Geheimdienste und den Mossad als Drahtzieher der gewaltsamen Proteste. In manchen Städten versuchen gewaltbereite Protestierende, Polizeistationen zu stürmen und in Brand zu setzen.

Regierungssprecherin Fatemeh Mohajerani kündigte am Donnerstag an, dass die Behörden einen direkten Dialog mit Vertretern der Gewerkschaften und Händlern führen werden, ohne jedoch weitere Details zu nennen.

Die Proteste hatten am Sonntag begonnen, nachdem der Wert der iranischen Währung, des Rial, auf einen Tiefstand gefallen war. Zunächst trieb das Handy-Verkäufer in Teheran auf die Straße, die wegen ihrer Importwaren unmittelbar vom Währungsverfall betroffen sind. Für Unmut sorgt auch der gerade eingebrachte Haushaltsentwurf für das nächste Finanzjahr. Neben der schwindenden Kaufkraft hatten auch zuletzt Wasser-, Strom- und Gasknappheit sowie toxische Luftverschmutzung die Unzufriedenheit geschürt.

US-Präsident Trump hat dem Iran angesichts der gewaltsamen Ausschreitungen im Zuge von Protesten im Land inzwischen mit Konsequenzen gedroht. Wenn auf friedliche Demonstranten geschossen werde, würden die USA zu ihrer Rettung kommen, schrieb Trump auf seinem Internetdienst Truth Social. Man sei bereit, einzugreifen. Trump nannte keine Details dazu.

Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, er habe den Innenminister gebeten, sich die "legitimen Forderungen" der Demonstrierenden anzuhören. Die iranische Wirtschaft kämpft seit Jahren mit den Folgen der Sanktionen der USA und des Westens gegen das Atomprogramm Teherans. Regionale Spannungen führten im Juni zu einem zwölf Tage andauernden Luftkrieg mit Israel, der die Finanzen des Landes weiter belastete. Nach Einschätzung mancher Beobachter im Iran könnten die Unruhen den Nährboden für einen zweiten israelischen Angriff bereiten.

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