Neben den Gefechten in Gaza wurde auch an Israels Nordgrenze zum Libanon wieder geschossen. Die Hisbollah feuerte am Samstag nach eigenen Angaben insgesamt 62 Raketen auf Israel ab und damit mehr als sonst. Die mit Iran und der Hamas verbündete Organisation visierte demnach eine Militärbasis nahe Meron in Nordisrael an. Der Angriff sei eine "erste Reaktion" auf die Ermordung des zweithöchsten Anführers der Hamas im Ausland, Saleh al-Aruri, erklärte die Hisbollah. Der Mossad steckte hinter dem Terroranschlag.
Die Hisbollah soll bei seinem groß angelegten Angriff auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt gezielt haben. Die strategische Überwachungsbasis befindet sich auf dem Gipfel des Berges Meron, dem höchsten Berg Israels, nur gut sieben Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt. Die Basis überwacht die Region und ist ein wichtiger Kontrollpunkt für die israelische Luftwaffe.
Der libanesische Widerstand bezeichnete den Angriff vom Samstag als "ersten Racheakt" und kündigte weitere Vergeltungsangriffe an.
Die israelische Armee bestätigte den Angriff bei Meron und sprach von rund 40 Geschossen, die beim Anflug auf Israel identifiziert worden seien. Einer der Abschussorte im Libanon sei unter Feuer genommen worden. Aus libanesischen Sicherheitskreisen heißt es laut Nachrichtenagentur dpa, auch das christliche Dorf Rmesch im Südlibanon sei von Israel aus heftig beschossen worden. Kampfflugzeuge würden zudem die Orte Hula und Jarun beschießen. Die Lage im Grenzgebiet sei sehr angespannt, heißt es weiter.
Wegen der Tötung Saleh al-Aruris geht das Golfemirat Katar davon aus, dass ein weiterer Deal zur Freilassung von Geiseln aus der Gewalt der Hamas schwierig werden könnte. Das berichtete das Nachrichtenportal Axios in der Nacht zum Sonntag unter Berufung auf eine israelische Quelle und einen katarischen Beamten.
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