Asien

US-Militär noch nicht auf den Zusammenbruch Nordkoreas vorbereitet

Das zweite Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong-un führte zu keinem Ergebnis. Satellitenaufnahmen sollen die nuklearen Intentionen Pjöngjangs beweisen. Für den Zusammenbruch Nordkoreas ist das US-Militär nach eigenen Aussagen noch nicht vorbereitet.
US-Militär noch nicht auf den Zusammenbruch Nordkoreas vorbereitetQuelle: Reuters © Courtesy Ken Scar/U.S. Army/Handout via REUTERS

Die USA wollten die Sanktionen gegen Nordkorea nicht lockern. Das Gipfeltreffen in Hanoi zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem nordkoreanischen Führungsoberhaupt Kim Jong-un blieb ohne Ergebnis. Pjöngjang könnte, so befürchtet Washington, bald sein Atomwaffenprogramm wieder aufnehmen. Der US-Kommandant der Streitkräfte in Südkorea, General Robert Abrams, warnte am Mittwoch den US-Kongress, dass im Falle eines Kollapses Nordkoreas das US-Militär nicht genügend vorbereitet sei. Rund 29.000 US-Soldaten befinden sich in Südkorea. 

Abrams ist davon überzeugt, dass die Aktivitäten der Nordkoreaner nicht von einer Entnuklearisierung zeugen: 

Trotz eines Abbaus der Spannungen entlang der entmilitarisierten Zone und der Einstellung strategischer Provokationen, verbunden mit öffentlichen Absichtserklärungen zur Entnuklearisierung, hat es wenig bis keine nachweisbare Veränderung der militärischen Fähigkeiten Nordkoreas gegeben. 

Dass Nordkorea einen anderen Weg einschlägt, sollen auch neue Satellitenaufnahmen aufzeigen. Demnach wird die zuvor zerstörte Raketentestanlage Sohae in Tongchang-ri repariert. Am 11. April werden der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und US-Präsident Donald Trump in Washington zusammenkommen. Dabei wird es neben Nordkorea um die US-südkoreanische Allianz gehen. Nach langem Ringen einigten sich die beiden Länder darauf, dass Südkorea für die Präsenz des US-Militärs einen höheren Beitrag zahlt. 

Nordkorea wirbt derzeit um vietnamesische Touristen. Ham Jin, offizieller Vertreter des nordkoreanischen Tourismusunternehmens (KITC), gegenüber AFP: 

Wir hatten einen sehr erfolgreichen Gipfel in Hanoi (....). Dies ist die richtige Chance, eine goldene Chance für uns, um in Vietnam einen Tourismusmarkt für die DPRK (Demokratische Volksrepublik Korea; Anm.) zu kreieren. 

Bei einer Tourismusmesse, die in Hanoi in dieser Woche stattfand, wurden Broschüren ausgelegt mit Angeboten für Skisportler, Informationen über das Kriegsmuseum, den Wissenschafts- und Technologiekomplex sowie über ein Delphinarium. Schätzungsweise 100.000 Touristen besuchen jährlich Nordkorea. Laut Ham sollen es jedoch doppelt so viele sein. Der Tourismus sei ein Weg, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dabei kämpfe er gegen die Vorurteile an, dass Nordkorea nicht sicher oder für die Welt unzugänglich sei.