Nordkorea feuert zwei ballistische Kurzstreckenraketen ab

Nachdem Südkorea und die USA am Montag ihre gemeinsamen Militärübungen mit dem Codenamen Freedom Shield (Freiheitsschild) gestartet hatten, feuerte Nordkorea am Dienstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen ab. Die Regierung in Seoul verurteilte den Raketenstart.

Am Dienstag hat Nordkorea zwei ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres gestartet. Wie die südkoreanische Agentur Yonhap unter Berufung auf den Generalstab in Seoul berichtet, seien die Starts zwischen 7:41 und 7:51 Uhr Ortszeit (acht Stunden weniger in Deutschland) in der südwestlichen Provinz Hwanghae-namdo registriert worden. Die Raketen seien mehr 620 Kilometer weit geflogen. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Es hieß allerdings, dass das koreanische Militär angesichts weiterer möglicher Starts in Nordkorea die Überwachung verschärfen werde.

Das südkoreanische Militär verurteilte die Handlungen der Führung in Pjöngjang als Bedrohung für Frieden und Stabilität. Die jüngsten Starts seien ein eindeutiger Verstoß gegen Resolutionen des US-Sicherheitsrates. Seoul rief das Nachbarland auf, auf weitere Raketentests zu verzichten.

Auch Japan bestätigte am Dienstag die nordkoreanischen Raketenstarts. Wie die Agentur Kyodo unter Berufung auf den Premierminister Fumio Kishida berichtet, gebe es keine Informationen über mögliche Schäden. Verteidigungsminister Yasukazu Hamada sagte seinerseits, dass die Raketen nach vorläufigen Angaben außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans abgestürzt seien.

Zuletzt hatte Nordkorea am Sonntag von einem U-Boot aus zwei "strategische Marschflugkörper" in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Drei Tage zuvor hatte das Land Nordkorea im Rahmen einer Militärübung Angriffe gegen Feinde, darunter Schläge gegen feindliche Flughäfen, simuliert.

Am Montag starteten Südkorea und die USA ihre elftägigen Manöver mit dem Codenamen Freedom Shield (Freiheitsschild). Nordkorea bezeichnete die Übung als Training für einen Angriffskrieg. Ned Price, der Sprecher des US-Außenministeriums, sagte am Montag, dass die jüngsten Raketentests in Nordkorea der US-Regierung keine andre Wahl ließen, als ihre Sicherheitsverpflichtungen gegenüber Seoul zu stärken. Darüber hinaus warnte der US-Diplomat Pjöngjang vor einem weiteren Atomtest. Dieser wäre eine gefährliche Provokation und eine deutliche Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit in der Region. Nach Washingtons Schätzungen habe Pjöngjang die Vorbereitungen für den Test abgeschlossen.

Mehr zum Thema400 Tomahawk-Marschflugkörper: Japan kündigt Kauf weiterer Waffen aus USA an