Nordkorea will Atomprogramm vorantreiben – USA gelten weiterhin als "größter Feind"

Kurz vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden hat Nordkorea die USA als "größten Feind" bezeichnet und angekündigt, sein Atomprogramm für das eigene Überleben weiterzuentwickeln. Das Land will zugleich seine Beziehungen zu China und Russland ausbauen.

Erstmals seit dem Jahr 2016 findet in Nordkorea ein Kongress der Partei der Arbeit Koreas statt. Der achte Parteitag dauert seit dem 5. Januar an. Dort werden unter anderem auch Zukunftspläne des Landes festgelegt. Der Parteivorsitzende Kim Jong-un hat in einer Erklärung wenige Tage vor der Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Joe Biden die USA aufgefordert, die feindselige Politik gegenüber seinem Land zu beenden. Er gehe nicht davon aus, dass sich die Politik Washingtons gegenüber Pjöngjang ändern werde, unabhängig davon, wer regiere. Die USA seien weiterhin der "größte Feind" Nordkoreas.

Vor diesem Hintergrund kündigte Kim an, die atomare Entwicklung seines Landes werde für das eigene Überleben fortgesetzt. Pjöngjang werde jedoch seine Atomwaffen nur im Fall eines feindlichen Angriffs einsetzen. Der Parteivorsitzende teilte mit, dass das Forschungsdesign für ein neues Atom-U-Boot abgeschlossen sei. Das Ziel sei nun, es so schnell wie möglich in die Bewaffnung zu übernehmen. Man solle auch die Reichweite der Atomraketen auf 15.000 Kilometer aufzustocken. Das Land setze auch die Entwicklung von Hyperschallwaffen fort.

Gleichzeitig kündigte Kim an, dass Pjöngjang sein bilaterales Verhältnis mit Peking und Moskau ausbauen werde, um gemeinsamen Bedrohungen entgegenzuwirken. Die Freundschaft mit China bezeichnete Kim dabei als "brüderlich". In Bezug auf Südkorea hieß es, dass das innerkoreanische Verhältnis ausschließlich von der Haltung Seouls abhänge. 

Ende 2019 hatte Kim bei einer Sitzung des Zentralkomitees der Partei erklärt, dass sich Pjöngjang nicht mehr an sein Moratorium für Tests von Atombomben und Interkontinentalraketen gebunden fühle, nachdem die Verhandlungen mit den USA ins Stocken geraten waren. Insgesamt trafen sich die Nordkoreaner dreimal mit US-Präsident Donald Trump.

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