"Schießt sie tot": Philippinischer Präsident ordnet brutale Maßnahmen bei Quarantäne-Verstößen an

Mit drastischen Worten hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte während der Corona-Pandemie "Ordnung" eingefordert. Der Staatschef erteilte der Polizei und dem Militär einen Schießbefehl gegen alle, die gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen verstoßen sollten.

In einer am Mittwochabend ausgestrahlten Fernsehansprache drohte Duterte, gegen alle jene, die die Quarantäne-Bestimmungen verletzen, "ohne zu zögern" scharf vorzugehen. Grund für die Drohung waren die jüngsten Proteste auf der bevölkerungsreichsten philippinischen Insel Luzon, die durch krisenbedingte Lebensmittelengpässe ausgelöst wurden. Hierbei kam es zu mehreren Festnahmen führten. Duterte sagte ferner:

Meine Anweisungen an die Polizei und das Militär, wenn jemand Ärger macht und ihr Leben in Gefahr ist: Schießt sie tot.

Anschließend rief er die Bevölkerung der Insel auf, der Regierung zu folgen, und bezeichnete die Wiederherstellung der Ordnung auf Luzon als "entscheidend".

Mitte März wurde die Hauptinsel Luzon, auf der mehr als die Hälfte der über 100 Millionen Einwohner des Landes leben, zunächst für einen Monat abgeriegelt. Schulunterricht, öffentlicher Verkehr und die Arbeit in den Büros sind seither ausgesetzt. Vor Dutertes Ansprache waren nach Polizeiangaben rund 20 Menschen bei Protesten in einem Slum in Quezon City auf Luzon nordöstlich der Hauptstadt Manila festgenommen worden. Bewohner des Slums kritisierten, sie hätten seit Verhängung der Ausgangsbeschränkungen vor mehr als zwei Wochen keine Lebensmittelpakete oder andere Hilfsgüter erhalten.

Quezon City ist mit rund drei Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des südostasiatischen Landes. In dem Inselstaat meldete die Johns-Hopkins-Universität bislang 2.633 bestätigte Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen sowie 107 Tote.

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(rt/dpa)