USA eröffnen "diplomatisches Büro" in Kolumbien zur Unterstützung eines Putsches in Venezuela

Nachdem die venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro im Januar die diplomatischen Beziehungen zwischen seinem Land und den USA abgebrochen hatte, wurde die US-Botschaft in Caracas im März geschlossen. Von Kolumbien aus soll jetzt der Sturz von Maduro geplant werden.

Kurz nachdem der letzte Diplomat die US-Botschaft der venezolanischen Hauptstadt Caracas verlassen hatte, begann die "Operation Freiheit" des selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Doch der Putschversuch scheiterte trotz westlicher Unterstützung kläglich. Auch nach mehreren Anläufen und Zusammenstößen zwischen Menschen, die seinem Putschaufruf gefolgt waren, und den Sicherheitskräften, stellte sich die Armee weiterhin hinter Maduro.

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Seitdem ist es – abgesehen von gelegentlichen rhetorischen Hieben aus Washington – ruhig geworden um Venezuela. Doch es sollte eine trügerische Ruhe sein. Auch wenn der erste Putschversuch gescheitert ist, haben die USA dieses Ziel (noch) nicht aus den Augen verloren. Wie im Juli bereits durch einen Brief des US-Außenministeriums an Senator Jim Risch, dem Vorsitzenden des außenpolitischen Komitees des Senats, bekannt wurde, plant das Weiße Haus die Errichtung einer 13-Mann starken "Venezuela Affairs Unit" (VAU). Diese Einheit soll aus der US-Botschaft in Bogota/Kolumbien operieren und sich mit "der breitesten und wichtigsten Gruppe von venezolanischen Akteuren beschäftigen", um so einen "Wechsel" in Venezuela zu erzielen.

Leiten soll die VAU James Story, der Geschäftsträger der US-Botschaft in Caracas bis März 2019, wie das Außenministerium am 28. August mitteilte. Demnach sei die Einheit bereits im Einsatz und wird "die US-Mission für die legitime Regierung von Venezuela und für das venezolanische Volk weiter ausführen." Die VAU soll die "Demokratie und verfassungsmäßige Ordnung wiederherstellen" und dafür mit der "Regierung von Interimspräsident Juan Guaidó" zusammenarbeiten. Dafür sollen Guaidó und seine politischen Unterstützer 41 Millionen US-Dollar erhalten, die die Entwicklungsbehörde USAID aus ihrem Programm für Guatemala und Honduras entnommen hat, wie die Los Angeles Times berichtete.

Staatschef Nicolás Maduro zeigt sich angesichts dieser Entwicklung kämpferisch. In einer Fernsehansprache erklärte er, dass die USA ihre Möglichkeiten zur Einmischung in innere Angelegenheiten Venezuelas verloren haben:

Wenn das Imperium irgendwo die Kapazität verloren hat, seine Politik aufzuzwingen, (dann) ist es in Venezuela.

Maduro bezog sich in seiner Rede auch auf ein Interview mit Elliott Abrams in der New York Times, wo der US-Sonderbeauftragte die Position der Regierung von Donald Trump nahelegte. Demnach würden die USA den Ruf der venezolanischen Opposition nach Neuwahlen unterstützen, aber es müssten sowohl Maduro als auch Guaidó von ihren Positionen zurücktreten, um als Kandidaten anzutreten. Nur so könne Washington das Resultat eines Wahlgangs akzeptieren.

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