Fünfter Tanker in Folge: USA beschlagnahmen weiteren Öltanker

Die USA setzen ihren Tankerkrieg gegen den venezolanischen Ölhandel fort. Diesmal traf es den Öltanker "Olina", der in der Nacht zu Freitag von der US-Marine gekapert wurde. Die Maßnahme sei ein Akt der Landesverteidigung, teilte ein US-Militär mit.

Wie der für Südamerika, Mittelamerika und die Karibik zuständige Teil der US-Streitkräfte, das U.S. Southern Command, auf seinem X-Account bekannt gab, ist im Rahmen der Aktion "Southern Spear" der Öltanker "Olina" aufgebracht worden. Bei der Beschlagnahmung des Schiffes durch US-Marinesoldaten habe es keine Zwischenfälle gegeben. Mit der Militäraktion sende man die klare Botschaft: "Es gibt keinen sicheren Hafen für Kriminelle." Man verfolge unbeirrt das Ziel weiter, die Vereinigten Staaten durch die Unterbindung illegaler Aktivitäten zu verteidigen und die Sicherheit in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen.

Laut US-Militärangaben hat die Aktion bereits vor Tagesanbruch (Ortszeit) stattgefunden. An der Ausführung maßgeblich beteiligt waren Truppen des US-Flugzeugträgers Gerald R. Ford mit Unterstützung der Amphibious Ready Group der US-Marine unter Beteiligung der Kriegsschiffe USS Iwo Jima, USS San Antonio und USS Fort Lauderdale, die das US-Heimatministerium militärisch unterstützten. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach auf X angesichts der gelungenen Kaperung der "Olina" von der Seeherrschaft der US-Marine: "Das heißt es, die See zu beherrschen."

Die "Olina" ist das fünfte Schiff, das die US-Behörden seit dem Beginn der Blockade gegen Venezuela festgesetzt haben. Das Schiff soll Medienberichten zufolge unter der Flagge von Osttimor in Richtung Venezuela unterwegs gewesen sein. Die Aufbringung selbst fand in der Nähe der karibischen Insel Trinidad statt. Die US-Seite wirft der Besatzung des Schiffes vor, unter irreführender Beflaggung gefahren zu sein und zur Schattenflotte zu gehören, die sanktioniertes venezolanisches Rohöl transportiert. Zum Zeitpunkt ihrer Kaperung scheint die "Olina" jedoch Schiffsdaten zufolge nicht beladen gewesen zu sein.

Das auf die Hongkonger Firma Tantye Peur Limited registrierte Schiff, das zuvor den Namen "Minerva M" getragen hatte, steht unter Sanktionen der USA, Kanadas, Australiens, der EU sowie anderer Länder. Bereits Anfang dieser Woche hatten die USA die "M/T Sophia" sowie die im Nordatlantik unter russischer Flagge fahrende "Marinera" gekapert (RT DE berichtete).

Infolge der letzteren Unternehmung gegen die "Marinera" kam es zu diplomatischen Spannungen zwischen Moskau und Washington, die allerdings durch die angekündigte Freilassung zweier russischer Seeleute vonseiten der USA wieder entschärft wurden.

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