Russlands Außenministerium hat am Sonnabend zwei offizielle Erklärungen zum US-amerikanischen Angriff der USA auf Venezuela am frühen Morgen sowie zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro veröffentlicht.
In der ersten Erklärung heißt es:
"Heute Morgen haben die USA einen Akt der bewaffneten Aggression gegen Venezuela begangen. Dies gibt Anlass zu tiefer Besorgnis und Verurteilung."
Die zur Rechtfertigung dieser "Maßnahmen" vorgebrachten Argumente seien unhaltbar, heißt es in der Erklärung weiter. Ideologische Feindseligkeit habe die Oberhand über sachlichen Pragmatismus und die Bereitschaft gewonnen, vertrauensvolle und berechenbare Beziehungen aufzubauen.
In der sich entwickelnden Situation sei es wichtig, eine "weitere Eskalation zu verhindern und sich darauf einzustellen, durch Dialog einen Ausweg aus der Situation zu finden". Russland gehe davon aus, dass alle "Partner, die Vorwürfe gegeneinander haben", Wege zur "Lösung der Probleme durch Dialog" suchen müssen.
Lateinamerika müsse eine "Zone des Friedens" bleiben, Venezuela müsse das Recht garantiert werden, selbst über sein Schicksal zu entscheiden, "ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen".
Die Erklärung endet mit zwei Solidarisierungen:
"Wir bekräftigen unsere Solidarität mit dem venezolanischen Volk und unsere Unterstützung für den Kurs seiner bolivarischen Führung, der auf den Schutz der nationalen Interessen und der Souveränität des Landes ausgerichtet ist. Wir unterstützen die Erklärung der venezolanischen Behörden und der Führung der lateinamerikanischen Länder, unverzüglich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen."
Nach Bekanntwerden der vermutlichen Entführung Maduros durch US-Spezialkommandos veröffentlichte das Außenministerium in Moskau eine zweite Erklärung. Diese lautet:
"Wir sind zutiefst beunruhigt über Berichte, wonach der venezolanische Präsident N. Maduro und seine Ehefrau im Zuge der heutigen aggressiven Maßnahmen der USA gewaltsam aus dem Land gebracht worden seien. Wir fordern, dass diese Situation unverzüglich geklärt wird. Solche Handlungen, sofern sie tatsächlich stattgefunden haben, stellen einen inakzeptablen Eingriff in die Souveränität eines unabhängigen Staates dar, deren Achtung ein Grundprinzip des Völkerrechts ist."
Die Erklärung ist zu einem Zeitpunkt veröffentlicht worden, zu dem keine überprüfbaren Beweise zu den Behauptungen aus Washington zum Schicksal Maduros vorlagen.
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