Argentinien beantragt offiziell BRICS-Mitgliedschaft

Mehrere Staaten erwägen einen Beitritt zur Vereinigung BRICS, die Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bilden. Argentinien hat einen Antrag an China gestellt. Russland dämpft zu hohe Erwartungen: Eine BRICS-Erweiterung stehe derzeit nicht auf der Agenda.

Argentiniens Präsident Alberto Fernández hat Xi Jinping einen Brief geschickt, in dem er bei seinem chinesischen Amtskollegen offiziell eine Mitgliedschaft in der Staatenvereinigung BRICS beantragte. Laut Sabino Vaca Narvaja, dem argentinischen Botschafter in Peking, geschah dies noch in der vergangenen Woche. Wie der Diplomat am Mittwoch bei einer Veranstaltung in der chinesischen Stadt Xiamen sagte, sei die Staatengruppe von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika eine "ausgezeichnete Kooperationsalternative" in einer Weltordnung, die bewiesenermaßen für den Vorteil einiger weniger Staaten geschaffen worden sei.

Vaca Narvaja teilte mit, dass die Öffnung der BRICS-Gruppe für andere Mitglieder eine historische Möglichkeit sei, um eine "wahre gemeinsame Strategie zu entwickeln, die diesem komplizierten globalen Szenario die Stirn bieten könnte". Der Diplomat knüpfte an die Aussage von Fernández an, der diese Vereinigung zuletzt als die "Gruppe mit dem größten wirtschaftlichen und politischen Einfluss" in der internationalen Arena definiert hatte. Der argentinische Botschafter in China wurde von der Nachrichtenagentur Télam mit den Worten zitiert:

"Ich bedanke mich zutiefst für die Unterstützungsbekundungen, die wir erhalten haben und die ein übriger Beweis für den Grad der Übereinstimmung sind, die momentan in Bezug auf unseren Beitritt herrscht."

Nach Angaben von Télam hatte sich das indische Außenministerium schon für eine Mitgliedschaft des südamerikanischen Landes in der Staatenvereinigung ausgesprochen. Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar untestützte diese Initiative während seines jüngsten Besuchs in Argentinien.

Vor diesem Hintergrund wirkte allerdings die jüngste Erklärung des russischen Außenministeriums wie eine kalte Dusche. Vizeaußenminister Sergei Rjabkow teilte dem Magazin Meschdunarodnaja Schisn (Internationales Leben) mit, dass eine Erweiterung der BRICS-Gruppe bislang nicht auf der Agenda stehe, obwohl Moskau das internationale Interesse dafür begrüße. Dem Diplomaten zufolge verfüge die Vereinigung bislang grundsätzlich über kein Erweiterungsprozedere. Es sei auch zu früh, über eine Änderung des Kürzels BRICS zu reden. Es gebe jedoch Formate, in denen eine Zusammenarbeit von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika mit anderen Ländern möglich sei.

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