Brasilien nimmt Uranförderung wieder auf: Neuer Tagebau soll 260 Tonnen pro Jahr liefern

Nach fünf Jahren Pause nimmt Brasilien seine Uranproduktion wieder auf. Ein jüngst im Bundesstaat Bahia eröffneter Tagebau soll 260 Tonnen Schwermetall pro Jahr liefern. Das südamerikanische Land verfügt schätzungsweise über die neuntgrößten Uranreserven der Welt.

Mit der Eröffnung eines neuen Uranbergwerks nimmt Brasilien nach einer fünfjährigen Pause die Produktion des radioaktiven Schwermetalls wieder auf. Der neue Tagebau befindet sich in der Gemeinschaft Caetité des Bundesstaats Bahia. Bento Albuquerque, Minister für Bergbau und Energie, hat das neue Bergwerk als "Erfolg für die brasilianische Kernindustrie und für das ganze Land" gepriesen. Auf der Eröffnungszeremonie am 1. Dezember nannte er die Wiederaufnahme der Uranproduktion einen "wichtigen Faktor für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Ressourcen". Der Engenho-Tagebau wurde im Beisein des Politikers mit einer symbolhaften Detonation feierlich in Betrieb genommen.

Nach Behördenangaben ist das Uranbergwerk anfangs für die Förderung von 260 Tonnen Metall pro Jahr ausgelegt. Bis zum Jahr 2025 soll die Uranproduktion im Land auf 1.400 Tonnen jährlich steigen und bis zum Jahr 2030 schätzungsweise 2.400 Tonnen im Jahr erreichen, nachdem man einen weiteren Tagebau im Bundesstaat Ceará eröffnet haben wird. Somit will das Land seinen Eigenbedarf völlig decken und sich außerdem zu einem Exporteur des radioaktiven Metalls entwickeln.

Laut Ergebnissen einer geologischen Erkundung von 30 Prozent seines Territoriums verfügt Brasilien über die neuntgrößten Uranreserven der Welt. Das größte Land Südamerikas nutzt das radioaktive Metall hauptsächlich für die Stromerzeugung in zwei Kernkraftwerken und für den Betrieb von Atom-U-Booten. Die Regierung will weitere Uranvorkommen erkunden und die Kernindustrie im Land fördern.

Brasilien startete seine Uranproduktion im Jahr 1982. Nach 13 Jahren Abbau war das Bergwerk im Bundesstaat Minas Gerais erschöpft. Die Gewinnung wurde erst im Jahr 2000 im Bundesstaat Bahia wiederaufgenommen und 15 Jahre später nach der Erschöpfung der dortigen Vorkommen wieder gestoppt.

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