Burkina Faso startet Fünfjahresplan

Rund zwei Drittel der 64 Milliarden Dollar für den Nationalen Entwicklungsplan Burkina Fasos sollen im Inland aus den Einnahmen staatlicher Unternehmen und durch Bürgerbeteiligungsprogramme aufgebracht werden.

Von Pavan Kulkarni

Die Regierung von Burkina Faso hat am 9. März ihren 64 Milliarden Dollar schweren Nationalen Entwicklungsplan (NDP) für den Zeitraum von 2026 bis 2030 vorgelegt. Der Plan ist eines der größten Wirtschaftsprogramme, die jemals in der Sahelzone beschlossen wurden. Rund zwei Drittel dieser Mittel werden im Inland aus den Einnahmen staatlicher Unternehmen sowie durch Bürgerbeteiligungsprogramme aufgebracht. 

"Indem wir unsere eigenen Ressourcen nutzen, können wir unsere Wirtschaft nachhaltig umgestalten und das Leben unserer Bevölkerung verbessern", betonte Finanzminister Aboubakar Nacanabo und unterstrich die Bedeutung dieser Abkehr von der Abhängigkeit des früheren Regierungssystems von ausländischen Finanzmitteln.

Das Kabinett hatte den Nationalen Entwicklungsplan am 29. Januar verabschiedet. Bei dieser Gelegenheit nannte Nacanabo vier konkrete Ziele, die in diesen fünf Jahren erreicht werden sollen:

1) Senkung der Armutsquote von 42 auf 35 Prozent

2) Erhöhung der Lebenserwartung von 61 auf 68 Jahre

3) Erhöhung der Stromerzeugungskapazität von 685 auf mehr als 2.500 Megawatt

4) Rückeroberung der Kontrolle über das gesamte Staatsgebiet.

Der burkinische Staat kontrollierte kaum 60 Prozent seines Staatsgebiets, als Hauptmann Ibrahim Traoré im Jahr 2022 die Macht übernahm, nachdem die von Frankreich unterstützte Regierung von Roch Kaboré durch einen von der Bevölkerung unterstützten Militärputsch gestürzt worden war. Terroristische Gruppen kontrollierten den Rest.

Die Regierung Traoré verwies die französischen Truppen des Landes und stärkte die nationale Armee. Bis Ende des Jahres 2025 hatte sie die Kontrolle über fast 75 Prozent des Staatsgebiets zurückgewonnen.

Das Land hat zudem große Fortschritte in der Landwirtschaft und der Industrie erzielt. Durch die Verstaatlichung von fünf Goldminen im Juni 2025, die zuvor in ausländischem Besitz waren, konnte der Staat vom Preisanstieg des Goldes profitieren, dem Hauptexportgut Burkina Fasos. Die Regierung nutzte die erzielten Einnahmen zur Rückzahlung von über zwei Milliarden Dollar und reduzierte damit die Staatsverschuldung um ein Viertel und verbesserte damit die Haushaltslage des Landes erheblich.

Auf dieser Grundlage hat Burkina Faso nun mit dem 64-Milliarden-Dollar-Fünfjahresplan einen ehrgeizigen Sprung nach vorn gemacht, der nicht nur auf den Ausbau des Bergbaus abzielt, sondern auch darauf, Rohstoffe vor Ort zu verarbeiten, anstatt sie zu exportieren.

Der Ausbau der Infrastruktur zur Förderung der Industrialisierung ist eine oberste Priorität des Nationalen Entwicklungsplans, der ein Jahr lang ausgearbeitet worden war.

Am 31. Dezember 2025 prüfte und verabschiedete der Lenkungs- und Aufsichtsausschuss unter dem Vorsitz von Premierminister Jean Ouédraogo den NDP. "Das Dokument", so Ouédraogo, "stellt nun einen echten nationalen Pakt für die strukturelle Transformation unserer Wirtschaft, die Festigung von Sicherheit und Frieden, den Wiederaufbau des Staates und die Förderung von inklusiver und souveräner endogener Entwicklung dar".

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín.

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