Paris suche "fieberhaft" nach Möglichkeiten, nicht genehme Regierungen in Afrika zu stürzen, und arbeite zu diesem Zweck mit Terrorgruppen zusammen. Das teilte das Pressebüro des russischen Auslandsnachrichtendienstes SWR am Montag in einer Erklärung mit.
Frankreich strebe demnach nach einer "politischen Revanche", da es nach dem Machtantritt "patriotischer Kräfte" in einer Reihe von Ländern, "die einst französische Kolonien in Afrika waren", "erhebliche 'Verluste' erlitten" habe.
Es sei "bestätigt", dass Frankreich in den Umsturzversuch am 3. Januar dieses Jahres in Burkina Faso verwickelt gewesen sei. Dazu führt der SWR aus:
"Rebellen hatten die Aufgabe, den Präsidenten Ibrahim Traoré zu töten, der einer der Anführer im Kampf gegen den Neokolonialismus ist. Nach Berechnungen von Paris hätte dies nicht nur die Frankreich-loyalen Kräfte in Ouagadougou an die Macht gebracht, sondern auch allen Anhängern der Souveränität sowie der Ideologie des Panafrikanismus auf dem Kontinent einen Schlag versetzt."
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit Frankreichs stehe die Destabilisierung der Lage in "missliebigen Ländern" der Sahelzone. Dabei arbeite Paris mit lokalen Terrorgruppen sowie der ukrainischen Regierung zusammen, die Kämpfer mit Drohnen und Ausbildern versorge.
Hauptziel der subversiven Bestrebungen sei Mali. "Anschläge auf Tankwagen, Versuche, malische Städte zu blockieren, Terror gegen die Zivilbevölkerung dienen einem Ziel: Bedingungen zum Sturz des Präsidenten Assimi Goita zu schaffen", so der SWR. Zudem suche Paris weitere Möglichkeiten, um auch in der Zentralafrikanischen Republik Chaos zu säen.
Ein anderer Schwerpunkt "der destruktiven Aufmerksamkeit der französischen Führung" sei Madagaskar, wo im Oktober 2025 Kräfte an die Macht gekommen seien, die einen Kurs auf die Entwicklung der Beziehungen mit den BRICS-Ländern eingeschlagen haben. Paris arbeite an Möglichkeiten, den neuen Präsidenten des Landes, Michael Randrianirina, zu stürzen und "ein loyales Regime wiederherzustellen".
"Im Wesentlichen ist Frankreich zur direkten Unterstützung der Terroristen aller Couleur übergegangen, die seine Hauptverbündeten auf dem afrikanischen Kontinent werden", so das Fazit des SWR. Damit werde der "politische Bankrott" der vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron verfolgten Linie immer offensichtlicher: "Es gelingt ihm nicht, Frankreich in Afrika vom Ruf als schmarotzende Kolonialmacht zu befreien, die ehemalige Kolonien bestiehlt und ihre Entwicklung verhindert", heißt es abschließend in der Erklärung des Auslandsnachrichtendienstes.
Erst vergangene Woche hatte die nigrische Regierung Frankreich beschuldigt, Kämpfer unterstützt zu haben, die einen Angriff auf den Flughafen der Hauptstadt Niamey durchführten, in dessen Folge 20 Militante getötet wurden.
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