Russland hat sich bereit erklärt, sich mit Waffen und militärischer Ausbildung an einer neu gebildeten gemeinsamen Truppe von Mali, Niger und Burkina Faso zu beteiligen. Der Kreml werde dazu auf Militärausbilder zurückgreifen, die sich bereits in den drei westafrikanischen Staaten befinden, sagte Außenminister Sergei Lawrow am Donnerstag in Moskau.
"Russland ist bereit, einen Beitrag zur gemeinsamen Truppe der Allianz der Sahelstaaten zu leisten", sagte Lawrow. "Dies ist ein notwendiger Schritt zur Ausrüstung der trilateralen Streitkräfte", so der Minister auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen drei Amtskollegen.
Die drei westafrikanischen Länder, die jeweils von Juntas regiert werden, haben im Jahr 2023 einen Verteidigungspakt unterzeichnet und sind im Januar dieses Jahres aus der ECOWAS, dem regionalen Block, ausgetreten.
Die drei Sahel-Staaten haben für 2023 einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. "Unsere Spezialisten können bei der Entwicklung und Ausrüstung dieser Streitkräfte mit spezifischen Waffen und Geräten helfen", erklärte Lawrow.
Die Truppen der kremlnahen Wagner-Gruppe begannen 2021 mit der Entsendung nach Mali, gefolgt von Burkina Faso und Niger zur Bekämpfung des Terrorismus. Einige dieser Soldaten wurden inzwischen durch Truppen des Afrikakorps ersetzt, da Moskau nach dem Tod des Konzerngründers Jewgeni Prigoschin die Kontrolle über das Wagner-Geschäftsnetz in Afrika festigen will.
Malis Außenminister Abdoulaye Diop bezeichnete Russland als ständigen Verbündeten im Kampf des Landes gegen den Terrorismus. "Russland ist unser strategischer Partner und unsere drei Länder haben bereits zufriedenstellende Ergebnisse bei der Bekämpfung terroristischer Gruppierungen erzielt", lobte Diop.
Der malische Außenminister Diop hat der Ukraine vorgeworfen, terroristische Gruppen in der Sahelzone zu unterstützen. "Die Ukraine ist ein Sponsor des Terrorismus – das muss gestoppt werden", sagte er bei einer Pressekonferenz in Moskau nach Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow sowie Vertretern aus Burkina Faso und Niger.
Bereits im August 2024 hatte Mali die diplomatischen Beziehungen zur Ukraine abgebrochen. Kurz darauf folgte Niger. Auch Burkina Faso hat seither kaum noch Kontakt zu Kiew.
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