Festnahmen und Militärpatrouillen nach Protesten und Plünderungen in Südafrika

Die Unruhen in Südafrika eskalieren. Was als Protest gegen die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma begann, hat sich zum großflächigen Ausbruch von Gewalt und Plünderungen entwickelt. Dadurch werde die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten bedroht. Ab sofort setzt die Regierung Militär-Patrouillen in den betroffenen Provinzen ein.

Die Armee Südafrikas hat in den von Demonstrationen und Ausschreitungen erschütterten Gebieten des Landes Patrouillen aufgenommen. Nach Angaben der Polizei wurden in den vergangenen Tagen neun Menschen getötet und zahlreiche Menschen verletzt, darunter vier Polizisten. Bei den Plünderungen wurden bisher 500 Menschen festgenommen.

In einer Fernsehansprache sagte Präsident Cyril Ramaphosa am Montagabend, Südafrika könnte einem "großen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit" ausgesetzt werden. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohende Folgen haben.

Von den Unruhen werden vor allem die nördliche Provinz Gauteng mit der Großstadt Johannesburg und der Hauptstadt Pretoria sowie die östliche Provinz KwaZulu-Natal ergriffen. In der Hafenstadt Durban ist die städtische Versorgung durch die Ausschreitungen bedroht.

Die Provinz KwaZulu-Natal ist die Heimat des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, dessen Verurteilung zu einer Haftstrafe die Proteste in der vergangenen Woche ausgelöst hatten.

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(dpa/rt)